Eine schöne Rückwärtszeitreise dieses Buch
Allein zum Thema Schule gibts ja noch soviel Erlebnisfragmente und spontan fällt mir da noch etwas zur Schulzeit ein. In meinem Heimatort einer Kleinstadt am Fuße der schwäbischen Alb, herrschte ob der vielen Kinder ein erheblicher Schulraummangel. Diesem Schulraummangel wurde in meiner Grundschulzeit ab 1966, mittels einer aus heutiger Sicht gleichfalls bodenständigen und im nachhinein orginellen Doppelstrategie begegnet.
Zum Einen, mit einer etwas anderen Art der “Kinderlandverschickung” als ca. 20- 25 Jahre vorher, wurden wir Kinder von unserer Kleinstadt aus per Bus in ein kleines Dorf oben auf die Alb gefahren. Hier waren wir in einer Art Mehrzweckbau der Gemeinde untergebracht , welcher natürlich mit hohem Einsatz an Waschbeton gebaut war und nur 2 Klassenrüme bot. Ebenso hatten wir einen Lehrer ( Herr Lorenz )für alle Fächer. Unser Lehrer, welcher damals schon die 60 überschritten hatte, war immer mit dem typischen weissen Lehrermantel ( Länge mindestens bis auf Kniehöhe, meistens jedoch noch tiefer )bekleidet, welchen ich ca. Mitte der 70′er das letzte Mal an einer Lehrkraft bewusst wahrgenommen habe . In seinem und unserem Wortschatz gab es im Gegensatz zu heute absolut keine Anglizismen. Jeans waren noch Texashosen oder Nietenhosen und unsere heissgeliebten “Felix” ,”Bessy” und “Wastl” Comics waren noch Heftchen mit einem etwas “schundigem” Gschmäckle.
Zum Anderen wurde der Schulraumnot innerhalb unserer Kleinstadt mit billigen und dünnwandigen Pressspan -Pavillions begegnet, welche im Schulhof oder auf dem Parkplatz vor der Schule aufgebaut wurden, um der Schülerflut zu begegnen.
Auch hier drängt sich mir ein Vergleich an die Zeiten ca. 20- 25 Jahre vor meiner Grundschulzeit auf.
Hier mussten die vielen Flüchtlinge aus den Ostgebieten ebenfalls in behelfsmäßigen und improvisierten Bauten ( Nissenhütten )untergebracht
werden.
Danke für dieses Buch.
Wir sind viele und können vor allem noch viel viel mehr erzählen, das Buch ist wie der vielzitierte Eisberg. Wir sind die letzte Generation welche noch nicht ganzheitlich vom Medientsunami ertränkt und überflutet werden konnte und sich dessen mal mehr oder auch mal weniger bewusst ist und mal mehr oder mal weniger , dagegen ankämpft.
Wir waren die letzten Kinder, welche noch unbeschwert im Wald “Lägerle” bauen konnten und durften.


